Schriftgröße:
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten
 

Ortschaft Böhme

Böhme liegt am Rande der Lüneburger Heide im Urstromtal der Aller - dort, wo der Fluss Böhme in die Aller mündet - und gehört mit drei weiteren Ortschaften, Bierde, Altenwahlingen und Kirchwahlingen (mit der „Rethemer Fähre“), zur Einheitsgemeinde Böhme und zur Samtgemeinde Rethem /Aller.
 


Geschichtliches:


Eine frühe Besiedlung der Allerniederung bereits seit der Jungsteinzeit ist durch Funde und Ausgrabungen im Mündungsgebiet  der Böhme in die Aller belegt. Die Lage der Ansiedlung in der Allermarsch am Rande der Geest bot mit seinen unterschiedlichen Bodenarten den ersten Siedlern einen für Ackerbau und Viehzucht günstigen Standort.


Die erste Erwähnung des Ortes findet sich im Zusammenhang mit dem Erbe einer der berühmtesten Frauen des Hochmittelalters, der Gräfin Ida von Elstorf, die über umfangreiche Besitzungen zwischen Elbe und Weser verfügte. Abt Albert von Stade nennt ihn in seiner berühmt gewordenen „Weltchronik“ (Stader Annalen), die er vor ungefähr 760 Jahren schrieb. Im Jahre 1054 sollen hiernach Höfe in Tuschensen (Zwischensee), vermutlich Klein Häuslingen, Otfredhessen (Otersen), Wensten (Westen), Hulsynghe (Hülsen) und Binnen, vermutlich Böhme, als Erbe an den Stader Markgrafen Udo II. übertragen worden sein.

 

Um 1670 gab es 18 Hofstellen einschließlich der zwei freien Güter. Ab 1709 wurde der nördlich der Hofstellen gelegene Gutshof nach dem Kauf durch Johann von Hattorf zu einer barocken Anlage mit einem zweigeschossigen Herrenhaus und einem Lustgarten erweitert.


Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte unter dem Namen „Bomene“.  Am 22.Januar 1412 beurkunden Heinrich und Ortgis Behr, Ulrichs Söhne, den Verkauf ihrer zum Hofe zu Böhme gehörigen Fischerei in der Böhme an das Kloster Walsrode („dem Propste Heinrich Knigge, der Priorinn Richarde von Hohnhorst und dem Convente zu Walsrode“).
Um 1670 gab es in Böhme 16 Hofstellen und zwei freie adelige Güter: Gut I „von dem Knesebeck“ und Gut II „von Schleppegrell“. Ab 1709 wurde der nördlich der Hofstellen gelegene Gutshof II, nach dem Kauf durch Johann von Hattorf, zu einer barocken Anlage mit einem zweigeschossigen Herrenhaus und einem Lustgarten erweitert.


Im Jahre 1716 wurde eine für diese Gegend ungewöhnliche achteckige Kapelle eingeweiht, die nach dem englischen Vorbild der St.James – Kapelle (London) erbaut wurde.


Johann Philipp von Hattorf, der „Geheime Kriegsrat“ des englischen Königs Georg I. (Kurfürst Georg Ludwig von Braunschweig und Lüneburg in Personalunion, 1714), ließ später noch etliche Wirtschafts - und Stallgebäude bauen; auch eine Korn – und Ölmühle kam hinzu, sowie eine Sägerei.


Wer an weiteren ausführlichen geschichtlichen Einzelheiten interessiert ist, den verweisen wir auf die Chronik des Ortes: „Böhme – Die Geschichte der Ortschaft in Texten, Bildern und Dokumenten“ (Hamburg 2011, ISBN 978-3-00-033321-7).

 


Kindergarten:


Die Kinder aus der Einheitsgemeinde Böhme besuchen den Kindergarten, der in der ehemaligen Schule mitten im Dorf beheimatet ist. Er wurde vor einigen Jahren zu einem modernen, hellen Spiel – und Lernzentrum für unsere jüngsten Bürger ausgebaut.

 


Tourismus und Vereine:


Von Neumühlen (ca. 2 km von Böhme entfernt) oder Walsrode (ca.14 km) aus kann man auf der Böhme Paddel – oder Kanutouren unternehmen, die den Wasserwanderer durch eine wunderschöne natürliche Landschaft mit Wiesen und Weiden an den Ufern führt. Besonders der Abschnitt durch den Böhmer Gutspark bis zum Böhmewehr begeistert jeden Wasserwanderer.


Böhme ist von 3 Seiten von Wald umgeben, der zum Wandern einlädt. Auch zur Allermarsch hin gibt es rund um den Ort ein ausgearbeitetes Netz von gut beschilderten Wanderwegen und Radwanderwegen, das, in einer Karte zusammengefasst, bei der Samtgemeinde in Rethem erhältlich ist.


Man kann z.B. am Ortsausgang in Richtung Bierde, ca. 100 Meter hinter der Böhmebrücke, links abbiegen und am Waldrand entlang nach Neumühlen wandern. Dort befindet sich eine alte Hofanlage mit einer imposanten uralten Eiche und einem liebevoll renovierten ehemaligen Zollhaus direkt am Böhmewehr. Hervorzuheben ist hier die „Werkstatt am Fluss“, wo es viele schöne Dinge aus dem kunsthandwerklichen Bereich zu kaufen gibt (geöffnet nach Rücksprache). Auch das Schaufelwasserrad in der Böhme, womit auf umweltfreundliche Weise Strom erzeugt wird, ist sehenswert.

 

Neumühlen

 

Mit dem Fahrrad ist die 1000jährige Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Kirchwahlingen in kurzer Zeit zu erreichen (ca. 4 km). Man fährt die Dorfstraße in Böhme entlang, durch die Marsch auf „Grünen – Plan – Wegen“ bis zur Verbindungsstraße von Alten – nach Kirchwahlingen. Dort ist der trutzige Kirchturm aus Feldsteinen (zum Teil Raseneisenstein) schon ganz nah.


Wenn man am Böhmedeich entlang auf dem Deichverteidigungsweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, hat man an zwei Rastbänken auf dem Deich eine herrliche Rundumsicht über die Wiesen und Weiden der Böhme – und Allermarsch bis hin zur Böhmemündung.


An der Infotafel mitten im Ort, gegenüber einer alten Wassermühle, findet der Wanderer bzw. Radwanderer Tisch und Bänke für eine ausgiebige Rast. Dort kann er eine Pause einlegen, die mitgebrachte Verpflegung verzehren und alte Bilder und Fotos ansehen.


Eine Möglichkeit zur Einkehr findet man an der „Rethemer Fähre". Hier kann man im Restaurant oder auf der Terrasse direkt am See speisen, Kaffee trinken oder die abendliche Stimmung beim Sonnenuntergang über dem Fährsee genießen. Dort befindet sich auch ein großer Campingplatz und eine Badestelle (siehe auch http://rethem.freizeit-oasen.de).


Angelmöglichkeiten gibt es in und um Böhme an mehreren Stellen. Wer hieran Interesse hat, wende sich bitte an den „Sportangelverein Rethem e.V.“(05165 618).


In der Dorfgemeinschaftsanlage in Böhme hinter dem neuen Ortsteil am ehemaligen Böhmer Bahnhof findet jedes Jahr am Himmelfahrtstag das Schützenfest statt, ebenso das Dorfgemeinschaftsfest im Sommer.


Dort befindet sich auch der Sportplatz. Der SV Böhme von 1964 e.V. führt seinen Spielbetrieb auf dieser Anlage durch und veranstaltet zu Pfingsten in jedem Jahr ein Fußballturnier für Jung und Alt.


Die Freiwillige Feuerwehr hat in der Ortsmitte neben dem Kindergarten ihr Feuerwehrgerätehaus. Sie veranstaltet am Ortsrand hin zur Marsch das alljährlich stattfindende Osterfeuer am Samstagabend vor dem 1. Ostertag mit Gegrilltem und Getränken.

 

Das Böhmer Osterfeuer

 

 

Von Böhme aus kann man Ausflüge zu vielen Attraktionen in der näheren Umgebung unternehmen.    Der „Weltvogelpark Walsrode“ ist nur ca.15 km entfernt, dort ist auch ein sehr interessanter „Kletterwald“ installiert worden, der „Serengetipark“ in Hodenhagen mit Tieren aus aller Herren Länder (8 km), in Verden (28 km) gibt es den „Magic Park“  und der „Heidepark Soltau“ ist ca. 45 km entfernt.
Als sehenswerte alte Städte mit historischen Stadtkernen bieten sich Verden (ca. 28 km) und Celle (ca. 45 km) für einen Besuch an.